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Drei Mitarbeiter eingestellt, keine Stelle ausgeschrieben

Einen Tag nachdem diese Seite online gegangen ist, habe ich drei Mitarbeiter eingestellt. Ohne Anzeige, ohne Vorstellungsgespräch, ohne Arbeitsvertrag. Alle drei sind KI, und alle drei kümmern sich seitdem um nico-winter.de. Den Text, den du gerade liest, hat einer von ihnen mit mir zusammen geschrieben.

Mein erster KI-Mitarbeiter macht die Ablage. Damals habe ich geschrieben, dass du vom nächsten hier liest, sobald er läuft. Jetzt sind es drei, und sie laufen.

Wie man einen KI-Mitarbeiter „einstellt”

Nicht mit Technik, sondern mit einer Stellenbeschreibung. Für jeden der drei habe ich aufgeschrieben, was er kann, wie er arbeitet und wo seine Grenzen sind. In der KI-Welt heißt so etwas „Skill”, also eine Art Arbeitsanweisung, die die KI liest und danach arbeitet. Ich nutze dafür Claude, ein KI-Werkzeug, das ich sowieso jeden Tag im Einsatz habe.

Die drei

Der Redakteur pflegt die Website. Ich gebe ihm Stichpunkte, er schreibt daraus einen Beitrag in meinem Ton und zeigt ihn mir. Erst wenn ich sage „passt”, geht er online. Zwei Minuten später steht er auf der Seite. Kein Hochladen, kein Rumklicken in einem Verwaltungsprogramm.

Der Mann für die Auffindbarkeit sorgt dafür, dass mich Google findet und auch die KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity, die immer mehr Leute statt Google benutzen. Bei mir ist das kein Luxus: Es gibt mehrere Nico Winters, und wer nach mir sucht, soll auch bei mir landen.

Der Analyst liest aus, wer auf die Seite kommt, und übersetzt das in Klartext: was lief, welcher Beitrag gelesen wird, was ich als Nächstes machen sollte. Keine zwanzig Diagramme, sondern ein paar Sätze, mit denen ich etwas anfangen kann.

Was sie können

Ihr Fachgebiet. Sofort, ohne Einarbeitung, nachts um elf genauso wie Montag früh.

Was sie nicht können

Von allein loslaufen. Sie arbeiten auf Zuruf, und die Freigabe bleibt bei mir. Das ist kein Mangel, das ist Absicht.

Warum, habe ich vor ein paar Wochen gelernt. Da lag ein Zeitungsartikel über mich zur Freigabe auf dem Tisch. Handwerklich gut gemacht, die Zahlen stimmten. Aber mein wichtigster Satz fehlte. Der Redakteur hatte ihn umformuliert, vermutlich weil er ihm zu schlicht vorkam. Fehler fallen beim Gegenlesen auf. Ein fehlender Satz nicht. Seitdem prüfe ich jeden Text darauf, ob das Wichtigste noch drinsteht. Egal, ob der Redakteur aus Fleisch und Blut ist oder nicht.

Was sie kosten

Ein paar Stunden Einrichtung, vor allem fürs Schreiben der Stellenbeschreibungen. Dazu mein Claude-Abo, den sogenannten Max-Plan, den ich ohnehin für meine ganze Arbeit nutze. Kein Gehalt, keine Lizenz pro Kopf.

Der Haken an der Sache

Die drei sind genau so gut wie ihre Stellenbeschreibung. Und die konnte ich nur schreiben, weil ich weiß, wie Redaktion, Auffindbarkeit und Auswertung funktionieren. Gleich am ersten Tag habe ich gemerkt, dass die Stellenbeschreibung vom Mann für die Auffindbarkeit zu dünn war. Also nachgeschärft.

Das Werkzeug verstärkt, was da ist. Wer keine Ahnung von Marketing hat, bekommt drei ahnungslose KI-Mitarbeiter. Schnell und fleißig, aber ahnungslos.

Und bei dir?

Wenn du einen Betrieb führst, stell dir mal die Frage andersherum: Welche Arbeit erledigst du jede Woche wieder, nach immer denselben Regeln, und keiner im Team reißt sich drum? Genau da sitzt dein erster KI-Mitarbeiter. Die Stellenbeschreibung dafür hast du übrigens schon. Sie steckt nur noch in deinem Kopf.

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